Liebe Reikia

Fast 20 Jahre sind es nun her, als wir uns das erste Mal begegneten. Du damals schon einige Jahre dabei, sehr aktiv und engagiert – und ich der Neuling, der gerade die erste BiNe-Luft schnupperte. Ich hab’ Dich durchaus gesehen, dachte ich damals – jetzt weiß ich, dass es nur die äußere Hülle war. So richtig nahe gekommen sind wir uns nie – was über Jahre hinweg sicherlich auch an mir lag, da ich lange nicht offen genug für so vieles war. Bei unseren seltenen Gesprächen ging’s meist um Organisatorisches oder Vereinsangelegenheiten. Ich mochte Dich irgendwie – aber dennoch wurden wir nie “warm” miteinander. Teilweise hielt ich es auch für abgedrehtes Zeug, was ich über Dich und von Dir hörte – und mein naturwissenschaftlich geprägter Physiker-Kopf tat sein übriges dazu, das alles nicht verstehen zu wollen.

Jetzt lese ich, was Du in den letzten fünf Jahren geschrieben hast. Und es berührt mich zutiefst.

Manches lässt Erinnerungen hochkommen an Dich in Momenten, die sich mir trotz der Distanz zwischen uns eingeprägt haben.

Manches zeigt mir eine andere Perspektive auf Ereignisse, an denen auch ich beteiligt war.

Manches erinnert mich an meine eigenen Suchen.

Manches lässt etwas in mir anklingen, das ich selbst noch vor wenigen Jahren noch als Mupmitz abgetan – oder gar nicht erst wahrgenommen hätte.

“Zeit für neue Wertemaßstäbe nach dem Tod” – war nicht nur Dein Wunsch an die anderen, sondern auch eigene Tat.

Und ich verschlinge weiter, was Du geschrieben hast.

“Ich kann die Vergangenheit nicht ändern” schreibst Du. Oh ja! So bleibt mir im Hier und Jetzt nur, mich für das, was ich nun von Dir lesen und erfahren darf, ganz herzlich zu bedanken. Und Dir alles Gute auf dem Weg zu wünschen, den Du nun seit einigen Tagen beschreitest.

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