Selbst abgehängt?

Heute im Zug von Köln nach Berlin habe ich lange mit einem Geschichtslehrer aus Kassel gesprochen. Wir sind dabei auch auf Städte gekommen, die sich im 19. Jahrhundert gegen einen Bahnanschluss ausgesprochen hatten, weil diese hohen Geschwindigkeiten so gesundheitsschädlich wären.

Kleine Städte, die – aus welchen Grund auch immer – im 19. Jahrhundert nicht ans Bahnnetz angeschlossen wurden, kenne ich auch aus dem Nürnberger Umland. Die wurden damit völlig von der Entwicklung abgehängt und liegen heute teilweise immer noch in ihrem Dornröschenschlaf. Vor allem der Vergleich mit ähnlich gearteten Städten in der gleichen Region, die einen Bahnanschluss bekamen, zeigt deutlich, welchen Unterschied das gemacht hat.

Rückblickend kann man wohl sagen, dass die Städte, die sich aktive dagegen entschieden haben, sich damit einen Bärendienst erwiesen haben.

Wenn heutzutage Aktionen gegen den Ausbau von Infrastruktur (sei es Mobilfunk, Stromtrassen, erneuerbare Energien, Bahnnetz oder vieles mehr) durchgeführt werden, stelle ich mir die gleiche Frage: was wird mit den Regionen passieren, die „dagegen“ sind? Wird es denen genauso gehen wie den Städten, die im 19. Jahrhundert gegen die Bahn waren?

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