Ich bin kein Reichsbürger, aber…

Ein kleiner Rant auf Facebook – aber auch 2019 leider weiterhin aktuell.


Ich bin kein Reichsbürger, aber… trete doch mal gerne bei denen auf und vertrete deren Thesen.

Ich bin kein Antisemit, aber… schreibe antisemitische Liedtexte; hab ja nicht gewusst, dass ich “altbewährte” antisemitische Klischees verwende.

Ach ja, ich kann ja auch gar kein Antisemit sein, denn mein Sohn hat einen hebräischen Namen. 🤮

Xavier Naidoo1 kann mir eigentlich gestohlen bleiben. Was der Fall aber grad wieder deutlich macht, ist etwas, was ich anderweitig auch beobachte: 

Menschen teilen Beiträge von rechten Seiten oder Links auf Metapedia; teilen Zitate von Leuten, die mit genau solchen Begründungen nach dem “starken Mann” rufen; propagieren Reichsbürgerthesen. Und wenn man sie darauf anspricht, ist das erste was kommt: “ich bin aber nicht rechts”. Inhaltliche Auseinandersetzung (auch unter vier Augen): Fehlanzeige. Differenzierung zwischen Kritik an der Aussage und Kritik an der Person: Nope. 

Selbst wenn ich all diesen Menschen glaube, dass sie keine überzeugten Rechtsextremen sind: wie kann man heutzutage solche Dinge unreflektiert und unkommentiert teilen?

Und selbst wenn der/diejenige von dieser Aussage voll und ganz überzeugt sein sollte: warum muss er/sie dann aus dem rechtsextremen Kontext zitieren, um das rüber zu bringen? 

Mag es Naivität oder Dummheit sein oder noch was anderes: es wird den den Rechten, mit denen man nix zu tun haben will, wunderbar in die Arme gespielt.

  1. http://taz.de/Saenger-hat-mit-Klage-Erfolg/!5522483

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