Männlichkeit

Gestern Nachmittag auf dem Heimweg in der Linie 1. Sonderfahrt zum Stadion, der Effzeh spielt gegen den HSV. Im Zug der unvermeidliche Rut-Wieß-Charme, aber auch viel Blau-Weiß. Ich finde noch ein Stehplätzchen direkt an der Tür. Neben mir ein junger Kerl. Schnurrbart muss sein, auch wenn der Flaum noch nicht viel hergibt. Grimmiger Blick. Flasche Reissdorf ganz lässig in der Hand. Jedesmal wenn die Tür aufgeht ein kräftiger Schluck aus der Pulle, olfaktorische Beglückung der Mitmenschen inklusive. Am Alten Militärring steigt er dann aus, quert – schon nicht mehr ganz trittsicher – die Aachener Str. rüber zu einer der quetschvollen Kneipen. Obercooler Gang – oder zumindest was er dafür zu halten scheint; Muckis hat er schon, aber man kann’s auch übertreiben mit breitbeinig.

Mir schießen Gedanken durch den Kopf: Geht Spaß wirklich nur mit Saufen? Ist das unsere „Leitkultur“? Sind das die Bilder von Männlichkeit, die Jungs heute noch vermittelt bekommen? Traurig.

Aber ich weiß, dass es auch anders geht. Das stimmt mich dann wieder zuversichtlich.

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