Spaziergang am Sonntag Abend

Das gleichmäßige Quietschen meiner Gummisohlen auf dem nassen Untergrund; der Herbstwind, der mir stoßweise um die Ohren pfeift und alle anderen Geräusche überdeckt; die langsam anschwellende S-Bahn auf dem Damm; das Klimpern der Hundehalsbänder beim abendlichen Gassi-Gehen; der Geruch nach Ofenheizung, der in der Luft liegt; Pizza-Dunst in der Nähe des Bahnhofs Nippes; “der Bus kommt gleich” sagt eine der drei älteren Damen an der Haltstelle in unverkennbarem Kölsch; der Lieferdienst, der gerade seinen Wagen belädt; der Lastwagen mit Hebebühne, der in der Dunkelheit aus dem Bahngelände ausrückt; Anlieferung mit Tankwagen bei Campina; der Arbeiter, der abends um Neun mit seiner Karte den Zugang zum Werksgelände öffnet und durch die Drehtür geht; das Rauschen der Produktionsanlagen; Edelstahltanks in grellem Kunstlicht; der Fußballplatz unterhalb des Bahndamms, der verlassen im Dunkeln liegt; der schmale Fußgängerweg unter der Haltestelle Parkgürtel mit dem immer präsenten Uringeruch beim Ausgang Richtung Nippes; der kinderleere Spielplatz zwischen den Bäumen; leergefegte Fußwege; Blätter, mit denen der Wind spielt; noch eine Ecke – wieder daheim. Spaziergang am Sonntag Abend.

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